Bleileitungen im Altbau erkennen
Das Wasserwerk liefert sauberes Wasser bis zum Hausanschluss. Was danach passiert, hängt von den Leitungen im Haus ab. In älteren Häusern können das noch Bleirohre sein.
Welche Häuser betroffen sein können
Seit 1973 werden in Deutschland keine Bleirohre mehr verbaut. Häuser, die später gebaut wurden, sind also nicht betroffen. Bei älteren Häusern kommt es auf die Region an: In Nord- und Ostdeutschland wurden Bleirohre teils bis Anfang der 1970er-Jahre verlegt, in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs schon Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr. Viele Altbauten haben ohnehin Kupfer- oder Stahlrohre.
So erkennst du Bleirohre
- Schau dir die sichtbaren Rohre im Keller an, vor allem vor und nach der Wasseruhr.
- Bleirohre sind silbergrau und deutlich weicher als Kupfer oder Stahl. Mit einem Messer lassen sie sich leicht einritzen.
- Frag Vermieter, Hausverwaltung oder Voreigentümer, woraus die Leitungen sind und wann sie verlegt wurden.
Was die Trinkwasserverordnung verlangt
| Regel | Was das heißt |
|---|---|
| Grenzwert Blei | Heute 0,010 mg/l. Ab 12. Januar 2028 gilt 0,005 mg/l. Mit Bleileitungen im Haus ist das in der Regel nicht einzuhalten. |
| Austauschpflicht | Eigentümer mussten Bleileitungen bis 12. Januar 2026 entfernen oder stilllegen. |
| Verlängerung | Nur auf Antrag beim Gesundheitsamt, zum Beispiel wenn ein Installateur beauftragt ist, aber erst später kann. Längstens bis 12. Januar 2036. |
| Hausverkauf | Wechselt der Eigentümer vor Ablauf einer verlängerten Frist, endet sie ein Jahr nach dem Eigentumsübergang. |
Wenn du zur Miete wohnst
Bleifreie Leitungen sind dein gutes Recht. Wende dich an Vermieter oder Hausverwaltung und frag schriftlich nach dem Material der Leitungen. Unterstützung bekommst du bei der Verbraucherzentrale oder beim Mieterverein. In WaterKnow findest du unter „Wasser in deinem Haus“ einen fertigen Text für diese Nachricht.
Wenn dir das Haus gehört
Lass die Leitungen von einem Fachbetrieb für Sanitärinstallation prüfen und vollständig austauschen. Teilstücke reichen nicht: Bleireste können in Verbindung mit anderen Metallen weiter Blei abgeben.
Gewissheit: der Bleitest im Labor
Teststreifen messen kein Blei in Mengen, auf die es hier ankommt. Sicher ist nur eine Laboranalyse. Dafür lässt du das Wasser mindestens vier Stunden in der Leitung stehen und nimmst dann die Probe. Wie das genau geht und welche Labore es in deiner Nähe gibt, sagt dir dein Gesundheitsamt.
Was du bis dahin tun kannst
- Wasser, das länger in der Leitung stand, ablaufen lassen, bis es spürbar kühler kommt. Das gilt für alle Haushalte.
- Für Säuglinge, Kleinkinder und in der Schwangerschaft kein Wasser aus Bleileitungen verwenden, sondern Wasser, das für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ausgewiesen ist.
- Zum Duschen und Waschen kannst du das Wasser weiter nutzen.
Hilft ein Wasserfilter gegen Blei?
Das Umweltbundesamt hält Filter zur Bleientfernung nicht für sinnvoll. Die Lösung ist der Austausch der Leitungen. WaterKnow empfiehlt deshalb in diesem Fall keinen Filter.
Was gilt für dein Wasser?
Gib deine Postleitzahl ein. WaterKnow zeigt Härte, Nitrat und bekannte Auffälligkeiten deiner Region und sagt ehrlich, ob ein Filter etwas bringt.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich Bleirohre?
Bleirohre sind silbergrau und weich. Sie lassen sich mit einem Messer leicht einritzen, Kupfer- und Stahlrohre nicht. Am besten schaust du dir die Rohre vor und nach der Wasseruhr im Keller an.
Gibt es in Häusern nach 1973 noch Bleileitungen?
Nein. Seit 1973 werden in Deutschland keine Bleirohre mehr verbaut.
Muss mein Vermieter Bleileitungen austauschen?
Ja. Nach der Trinkwasserverordnung mussten Eigentümer Bleileitungen bis 12. Januar 2026 entfernen oder stilllegen. Eine Verlängerung ist nur auf Antrag beim Gesundheitsamt möglich.
Kann ich Blei mit einem Teststreifen messen?
Nicht zuverlässig in den Mengen, auf die es ankommt. Sicher ist nur eine Laborprobe von Wasser, das mindestens vier Stunden in der Leitung stand.